13. - 14. Tag : Avignon - Albertville

13.Tag
So schön, wie der gestrige Tag aufgehört hat, so mies beginnt der heutige. Leichter Regen, der immer schlimmer wird. Heute kommt die Regenkombi ganztags zum Einsatz. Wären wir doch bloß gestern abend noch kurz auf den Mont Ventoux hoch. Was soll's ? Ändern können wir's doch nicht. Wir wagen es und fahren trotzdem hoch. Keine so tolle Idee. Oben hat's vielleicht gerade mal 10, Sichtweite 5m und Dauerregen. Am Berg hin und wieder ein Radfahrer, teilweise sogar mit Begleitfahrzeug. Lauter Verrückte und wir mittendrin.
Ohne Beweisfoto machen wir uns schleunigst auf den Weg abwärts. So, und wenn's nun schon so schifft, dann Augen zu und durch. Es geht Richtung Grand Canyon du Verdon. Auf dem Weg gibt's hin und wieder mal ein paar regenfreie Kilometer, aber viele sind's nicht. Nicht gerade guter Laune kommen wir an der Schlucht an. Sieht schon toll aus. Bis zu 400m tief hat sich der Verdon in den Fels gegraben. Bei Sonne hätten wir sicher angehalten und das eine oder andere Foto gemacht, aber so ? Weiter. Ein paar extrem schleichende Autofahrer machen den tollen Tag perfekt. Endlich, Castellane. Wir sind am Etappenziel. Campen is nich. Also schnell ein Hotel gesucht und raus aus den nassen Klamotten.
Naja, so Tage muß es auch geben. Bis jetzt hatten wir immer Bombenwetter. Kaum sind wir eine Stunde hier, kommt auch schon die Sonne raus. Strahlend blauer Himmel. Ich glaub's nicht. Dafür gönnen wir uns aber auch ein klasse Abendessen im Grand Hotel. Der Rest ist Wein ...
14.Tag
Als erstes ein vorsichtiger Blick aus dem Fenster. Jawoll, der Wettergott hat sich erbarmt und schenkt uns wieder blauen Himmel. Bevor der sich in Wohlgefallen auflöst, machen wir uns schnell auf den Weg. Ziel ist die Grande Route des Alpes. Über die N202 kommen wir zuerst in die Gorge de Daluis. Die Wände sind aus rotem Felsgestein, wie ich es in den Alpen eigentlich nicht erwartet hätte. Eine Spur der Straße führt immer durch einen Tunnel, der andere außen herum an der Schluchtwand. Bei einem kurzen Fotohalt dann noch ein kleines Mißgeschick, mein linkes Bein ist zu kurz und mir fliegt das Mopped um. Die Koffer fangen das meiste ab, nur der Blinker braucht ein bischen Tape.
Über Valberg und den gleichnamigen Pass erreichen wir auf der D28 Saint-Sauveur-sur-Tinee, den südlichen Ausgangpunkt zur Fahrt über den Col de la Bonette, die höchste Transitstrecke in den Alpen. Auf der Südseite ist die Auffahrt extrem holprig. Es geht über den Col de Fourches und den Col de Granges Commune, bis auf 2802m hoch auf die Cime de la Bonette, einer Schleife um den Gipfel. Die Aussicht ist grandios. Ringsherum kahle Berghänge mit weiten Geröllfeldern aus Granitgestein. An ein paar Gipfeln hängen die Wolken. Die Sonne taucht das Ganze in ein warmes Licht. Recht frisch ist es hier oben aber trotzdem.
Bei der Abfahrt auf der Nordseite passieren wir den Col de Restefonds, an dessen Fuss sich noch einige verfallene Militärunterkünfte finden. Die Straße präsentiert sich in einem idealen Zustand. Vor nicht all zu langer Zeit scheint sie frisch geteert worden zu sein.
In Jausiers, am nördlichen Ausgangspunkt, dann eine Hiobsbotschaft von Michael. irgendwo ist ihm ein Bremsbelag der hinteren Bremse abhanden gekommen. Nun schleift Metall auf Metall. Damit ist hohe Pässe fahren gestorben. Ich könnte heulen, hatte ich mich doch so auf diese einmalige Pässetour gefreut. Galibier, Izoard, Iseran, Adieu. Aber eins schwöre ich, nächstes Jahr seid ihr fällig.
Wir fahren nun außen herum über die D900 und N85, die Route de Napoleon nach Grenoble. Von dort aus weiter Richtung Albertville. Kurz vorher finden wir ein Nachtquartier, eine Truckerraststätte. Wir bekommen sogar eine Garage für die Moppeds. Noch etwas Essen, dazu Wein und ein paar Bier zum Frust bekämpfen. Sch**** ! Ihr glaubt gar nicht, wie mir das stinkt.

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